Ukrainekrieg beenden - Wirtschaftskrieg beenden!

19.11.22 Aktionstag für den Frieden und ein gutes Leben für alle

Wir dokumentieren den Redebeitrag des Friedensplenum/Antikriegsbündnis auf der Kundgebung in Tübingen:

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

Millionen Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Auch hier in Tübingen rutschen immer mehr Menschen durch steigende Lebenshaltungskosten und Energiepreise in Armut. Das "Schwäbiche Tagblatt" (Tübingen) hat diese Woche über einige von ihnen und über ihre „Tränen und Wut in der Energiekrise“ berichtet.

Die Stadtwerke Tübingen kündigten ihren Kunden die Erhöhung der Fernwärmepreise um 100% und die der Stromtarife um mehr als 30% folgendermaßen an: „Ausgelöst durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erleben wir in Deutschland und Europa eine nie dagewesene Krise der Energiemärkte. (...) Deshalb steigen die Preise deutlich.“

Mit solcher Begründung sollen wir existenzbedrohende Preissteigerungen, dunkle Straßen, kalte Bäder, Klassenzimmer, Hörsäle und Arbeitsplätze als sinnvolle Energieeinsparungen akzeptieren. Aber 100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr fehlen nicht nur für Soziales und Bildung, sie sind auch ein enormes Energieverschwendungsprogramm.

Wir befinden uns mitten in einem beispiellosen Wirtschaftskrieg, dessen Folgen die arbeitende Bevölkerung, Studierende, Rentnerinnen, Handwerker, Sozialverbände, Kommunen und Landkreise mit voller Wucht treffen.

Doch nicht alle leiden unter den steigenden Preisen - Rüstungskonzerne wie Rheinmetall haben für die nächsten Jahrzehnte volle Auftragsbücher. Alles, was die Bevölkerung und Unternehmen an Energiepreisen überbezahlen, landet bei den Energiekonzernen. RWE erwartet 5 Milliarden Euro Gewinn, Shell konnte die Gewinne um das Fünffache erhöhen. Die Dividenden für die Aktionäre schießen durch die Decke – die Ölkonzerne rechnen in diesem Jahr mit weltweiten Ausschüttungen von 1,6 Billionen Dollar.

Deutschland und der Westen begründen Wirtschaftsblockaden und Sanktionen mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands. Aber: Nicht von der UN autorisierte eigenmächtige Zwangsmaßnahmen verstoßen ebenfalls gegen internationales Recht und verletzen die Menschenrechte auf Leben, auf angemessene Ernährung und Gesundheitsversorgung. Das Embargo gegen den Irak forderte damals eine Million Tote, 500.000 davon Kinder. Heute verursachen und verschärfen Sanktionen verheerende Armut in Afghanistan und Syrien.

Gegen Russland wurden mehr als 6.000 Sanktionen erlassen. Einnahmen aus Ölexporten fließen aber nicht nur in die Kriegskasse, sie dienen auch der allgemeinen Versorgung des Landes. Engpässe treffen auch dort die einfachen Menschen, lange vor dem Militär.

Die deutsche Regierung und die EU wollten Russland ruinieren und sich von russischem Öl und Gas unabhängig machen. Wie im kapitalistischen Markt üblich, stiegen dann die Preise der knapper werdenden Energiemengen. Dadurch konnte Russland trotz geringerer Exporte seine Einnahmen aus dem Ölhandel sogar erhöhen.

In den letzten Monaten kaufte Deutschland den internationalen Gasmarkt zu völlig überzogenen Preisen leer. Mit der Folge, dass sich viele ärmere Länder im globalen Süden jetzt nicht mehr mit Energie versorgen können weil sie die horrenden Preise nicht bezahlen können. Als Folge davon ist in vielen Ländern die Nahrungsversorgung ernsthaft gefährdet. Der Stellvertreterkrieg zwischen NATO und Russland wird so auf dem Rücken der Menschen nicht nur in der Ukraine, sondern der ganzen Welt geführt.

Wie ein Bumerang fallen die Folgen der Blockademaßnahmen in Form der aktuellen Energiekrise auch auf die NATO-Länder selbst zurück. Wirtschaftliche Experten warnen inzwischen davor, dass Deutschland und seine EU-Partner dabei sind, wirtschaftlichen Selbstmord zu begehen, wenn sie weiter an Kriegskurs und Wirtschaftskrieg festhalten.

Es hat sich als Illusion erwiesen, den Krieg in der Ukraine durch weitere Waffenlieferungen zu stoppen. Wir stehen jetzt an der Schwelle eines großen Krieges, mit der Drohung eines Atomwaffeneinsatzes. Und genauso irrational ist es zu glauben, dass mit Wirtschaftsblockaden den Menschen in der Ukraine geholfen werden kann. Noch nie wurde ein Krieg mit Wirtschaftsblockaden gestoppt.

Die Bewältigung der riesigen Probleme der Menschheit - Hunger, soziale Ungleichheit und Klimaschutz - ist nur möglich durch globale Zusammenarbeit - auch mit Russland. Wir stehen vor der Alternative: Weiter mit Hochrüstung und Eskalation dem gemeinsamen Untergang entgegen - oder mit einem Kurswechsel in der Politik den kommenden Generationen ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Deshalb fordern wir:

- Ein Ende des Wirtschaftskrieges mit dessen verheerenden Folgen im globalen Süden und in Europa.

- In Trauer um die Zehntausenden Toten in der Ukraine und im Donbass und um die Hunderttausende getöteter Soldaten auf beiden Seiten sagen wir: Das Töten muss jetzt beendet werden, keine weiteren Waffenlieferungen und sofortiger Waffenstillstand!

- Nicht Waffen retten Menschenleben, sondern nur Diplomatie und Verhandlungen!

Gisela Kehrer-Bleicher
(für das Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen)

19. November 2022: Friedenskundgebung in Tübingen

Wir dokumentieren den Text des Aufrufs - und rufen zur Teilnahme auf:

Dezentraler Aktionstag für den Frieden und ein gutes Leben für alle!

Wir lehnen Krieg als Mittel der Politik ab. Dies gilt für die schreckliche, russische Invasion in der Ukraine, wo sich der Westen durch massive Waffenlieferungen und Ausbildung ukrainischer Soldaten längst zur Kriegspartei macht. Ebenso lehnen wir auch die unzähligen Kriege ab, mit denen die NATO, ihre Verbündeten und andere Staaten ihre Vorherrschaft sichern – beispielsweise im Sahel und im Jemen.

Die in Moskau, Kiew, Washington und Berlin vorherrschende Position, die Entscheidung auf den Schlachtfeldern in der Ukraine zu suchen und Verhandlungen auszuschließen, kostet täglich Menschenleben und bedroht den gesamten Planeten. Denn mittlerweile wird auf beiden Seiten immer weiter an der Eskalationsspirale gedreht, bis zur offenen Drohung mit dem Einsatz taktischer Atomwaffen. Dieser Wahnsinn muss gestoppt werden!

Wir fordern die Bundesregierung auf, aus der Aufrüstungs- und Eskalationsspirale auszubrechen und sich für einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen einzusetzen, statt auf immer schwerere Waffenlieferungen und Wirtschaftssanktionen zu setzen, die die Bevölkerung in Russland, Europa und dem Globalen Süden massiv treffen. Wir kritisieren auch die Doppelmoral einer vermeintlich „wertegeleiteten“ Außenpolitik, die nun ihre Beziehungen mit Staaten wie Aserbaidschan, Saudi-Arabien, Katar und Marokko intensiviert, um die Versorgung mit fossilen Energieträgern aus Russland in nicht weniger kriegerische und demokratiefeindliche Staaten zu verlagern.

Dieses Plädoyer gegen die Doppelmoral soll weder die Verhältnisse in Russland schönreden, noch die Nutzung fossiler Brennstoffe. Für Klimaleugnung, Nationalismus und platte Verschwörungserzählungen ist hier kein Platz. Wir stehen für eine solidarische Welt, in der der Schutz vor Gewalt, die gerechte Verteilung von Ressourcen und Generationen übergreifende Nachhaltigkeit an oberster Stelle stehen.

Wir solidarisieren uns mit allen, die den Kriegsdienst verweigern, sowohl in Russland, als auch der Ukraine oder Belarus und fordern eine unkomplizierte Aufnahme in Deutschland und der EU. In der Forderung nach Deeskalation sehen wir uns an der Seite sowohl einer Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland als auch mit großen Teilen der Welt jenseits der NATO und Russlands, die mit Fassungslosigkeit auf die Zerstörung von Leben und Ressourcen im Ukrainekrieg und der Verantwortungslosigkeit der beteiligten Regierungen blicken. Wie sie sind auch wir nicht bereit, für den Kampf imperialistischer Mächte um Einflusszonen zu hungern, zu frieren und die letzten Chancen auf eine Bewältigung des Klimawandels aufzugeben. Statt 100 Milliarden in ein gigantisches Aufrüstungsprogramm zu stecken, wird dieses Geld dringend für Soziales, Gesundheit und Klimaschutz benötigt.

Unterstützende Gruppen:

Friedensplenum/ Antikriegsbündnis Tübingen e.V.
Gesellschaft Kultur des Friedens
VVN-BdA Tübingen
Informationsstelle Militarisierung e.V.
Friedensmahnwache Tübingen
Pax Christi Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart
DFG-VK Tübingen
TO AKT (Tübinger offenes antikapitalistisches Klimatreffen)
OTFR (Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus)

Kundgebung am Samstag, 19.11.2022
11 Uhr
Marktplatz Tübingen

(Die Kundgebung wird pünktlich um 11 Uhr beginnen und um 12 Uhr enden, sodass eine anschließende Teilnahme am IMI-Kongress in der Hepper-Halle möglich sein wird.)

Zeitenwenden: Ukraine-Krieg und Aufrüstung

IMI-Kongress 19./20. November 2022

Ort: Hermann-Hepper-Halle, Westbahnhofstraße 23, 72072 Tübingen

Hier die Kongress-Ankündigung von IMI | Veröffentlicht am 26. September 2022:

Im Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine wird sich der Kongress der Informationsstelle Militarisierung mit der Vorgeschichte des Konflikts und den Folgen insbesondere in Deutschland auseinandersetzen. Abseits der konkreten Gefechte und Frontverläufe wird der Krieg in der Ukraine als Konflikt der Großmächte und Stellvertreterkrieg analysiert und ein genauerer Blick auf westliche Sanktionen und Waffenlieferungen geworfen. Auch die zahlreichen Reformen der NATO- und Bundeswehrstrukturen und die Verwendung der deutlich erhöhten Rüstungsausgaben werden ausführlich aufgearbeitet. Schon jetzt ist zudem absehbar, dass interessierte Kreise auf eine Verstetigung des Bundeswehr-Sondervermögens drängen werden, eine Auseinandersetzung, die in wenigen Jahren von zentraler Bedeutung sein wird und auf die es bereits heute gilt, sich vorzubereiten. Wir wollen jedoch auch einen Blick auf die möglichen Alternativen werfen: Welche Konzepte bestehen für den gewaltfreien Widerstand gegen Krieg und Besatzung, welche „Sicherheitsarchitekturen“ können ein friedliches Zusammenleben in Europa ermöglichen und welche Aufgaben bestehen aktuell für die Friedensbewegung?

Der Kongress findet von Samstagmittag (19.11.) bis Sonntagnachmittag (20.11.) in der Hermann-Hepper-Halle in Tübingen, Westbahnhofstraße 23, statt (vom Hbf mit den Buslinien 11 oder zwölf bis Weberstr.). Die Räumlichkeiten sollten für alle Eventualitäten ausreichend Platz bieten. Über etwaige sonstige pandemiebedingte Auflagen informieren wir kurz vor Beginn des Kongresses auf dieser Seite: https://www.imi-online.de/2022/09/26/kongress2022/

Vor Kongressbeginn am Samstag den 19. November findet um 11 h auf dem Tübinger Marktplatz eine Kundgebung gegen Krieg & Aufrüstung statt (Aufruf oben).

Der Samstag wird auch im Freien Radio Wüste Welle übertragen und kann damit auch überall mit Internetanschluss im Livestream des Radios mitverfolgt werden.

IMI-Kongress 19./20. November 2022:
Zeitenwenden: Ukraine-Krieg und Aufrüstung
Ort: Hermann-Hepper-Halle, Westbahnhofstraße 23, 72072 Tübingen

Einzelheiten und Programm:

https://www.imi-online.de/2022/09/26/kongress2022/

Demnächst gegen China?

Kriegsorakel des US-Militärs


Jörg Kronauer vermutet in der "jungen Welt", Ausgabe vom 9.11.2022, dass der Stellvertreterkrieg in der Ukraine nur der Probelauf für Größeres, Schlimmeres sei.

Hier sein Bericht:

https://www.jungewelt.de/artikel/438352.nuklearstreitkr%C3%A4fte-us-admiral-prophezeit-krieg-gegen-china.html

und sein Kommentar:

https://www.jungewelt.de/artikel/438386.zeit-l%C3%A4uft-ab.html

Erschreckend. Trotzdem - oder gerade deshalb - lesenswert.

Stoppt das Töten in der Ukraine!

Aufruf zu einem dezentralen Aktionstag am 19. November 2022:

https://stoppt-das-toeten.dfg-vk.de/

Der wirkliche Wendepunkt

Unter diesem Titel beschreibt Arnold Schölzel in der Wochenendbeilage der Ausgabe der "jungen Welt" vom 8. Oktober 2022, warum der Krieg in der Ukraine nicht schon längst beendet ist - Anfang April sei ein Waffenstillstandsvertrag praktisch fertig ausgehandelt gewesen, dann aber von der ukrainischen Führung nicht unterschrieben worden:

https://www.jungewelt.de/artikel/436247.der-wirkliche-wendepunkt.html

Ortsänderung - Friedensdemo Stuttgart Sa. 01.10. - 11.58 Uhr - jetzt ab Lautenschlagerstraße

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,

bei unserer Friedensaktion am Samstag, 1.10.2022, in Stuttgart haben sich Start- und Zielort geändert: Die Demo beginnt nicht vor dem Hauptbahnhof, sondern in der Lautenschlagerstraße - drei Gehminuten vom ursprünglich geplanten Anfangsort entfernt.

Aktualisierter Flyer hier:

Keinen-Euro-fuer-Krieg-DIN-A4-2022-10-01-aktualisiert (pdf, 87 KB)

Antikriegskundgebung in Stuttgart am 1. Oktober 2022

Liebe Friedensfreundinnenn und -freunde,

die Friedenskundgebung in Stuttgart am Samstag, 1. Oktober, beginnt bekanntlich um fünf vor zwölf, 11.55 Uhr, vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Tübingen gibt es mit der Bahn mehrere Anreisemöglichkeiten:

Tübingen Hbf. ab 9.57 Uhr mit IRE 6, Ankunft Stuttgart Hbf. 10.42 Uhr.

Oder:

Tübingen Hbf. ab 10.08 Uhr mit RE 12, Ankunft Stuttgart Hbf. 11.08 Uhr.

Oder:

Tübingen Hbf. ab 10.33 Uhr mit RB 18, Ankunft Stuttgart Hbf. 11.35 Uhr.

Weitere Informationen zu Demonstration und Kundgebung:

https://friedensplenum.twoday.net/stories/1022691575/
logo

Friedensplenum/ Antikriegsbündnis Tübingen e.V.

Nächste Treffen

Wir treffen uns normalerweise jeden Montag einer geraden Kalenderwoche um 19:30 im Clubraum im 1. Stock des Schlatterhauses, Österbergstr. 2, seit Beginn der Corona-Pandemie treffen wir uns allerdings unregelmäßig.

Die nächsten Termine:
Bitte fragen Sie nach! Kontakt

Den Ukraine-Krieg beenden!

https://friedensratschlag.de/ https://www.friedenskooperative.de/

Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen

https://www.imi-online.de/

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