Hochrüstung nicht finanzierbar

Tübingens Oberbürgermeister Palmer beklagte die Finanzmisere der Kommunen und gestand, bei der letzten Bundestagswahl aus Verzweiflung Merz gewählt zu haben. Den Zusammenhang zwischen Schuldenbremse, Neoliberalismus, Hochrüstung, Militarisierung und Finanznot erkannte er nicht. Wir dokumentieren einen Leserbrief von Jens Rüggeberg aus dem "Schwäbischen Tagblatt" (Tübingen) vom 8. April 2026:


Keine tiefe Analyse

Kürzlich in einer TV-Talkshow: Der OB beklagte erneut die Misere der kommunalen Finanzen – zu Recht. Und dann gestand er, aus Verzweiflung Merz gewählt zu haben. Das heißt: Über eine tiefergehende Analyse verfügt er nicht, Hintergründe und Entwicklungstendenzen scheinen ihm fremd zu sein. Den anderen Talkshow-Beteiligten und der TAGBLATT-Berichterstatterin wohl auch.

In Zeiten neoliberaler Politik, Hochrüstung, Kriegsvorbereitung und Faschismusgefahr braucht man sich über bankrotte Kommunen nicht weiter zu wundern. Geld ist für die dann eben nicht mehr da. 5 % des Bruttosozialprodukts fürs Militär – das heißt ab ungefähr 2029 fast 50 % des Bundeshaushalts. Man kann beim Sozialen, bei den Renten, bei der Gesundheitsversorgung, bei der Bildung, beim Klimaschutz, dem Wohnungsbau, der Infrastruktur und den Kommunen gar nicht so viel kürzen, dass diese irrsinnigen Militärausgaben finanziert werden können.

Wie kann man da Hoffnung in eine Regierung setzen, die solches zu verantworten hat? Wie „Reformen“ oder „Liefern“ fordern, wo das doch nur Sozialkürzungen bedeuten kann? Wie auf einen Kanzler bauen, der bereits im Januar 2025 zeigte, dass sein Rassismus durchaus AfD-kompatibel ist?

Jens Rüggeberg, Tübingen

Wird Russland die NATO anfreifen? Gegen die vorherrschende Propaganda.

Wir dokumentieren die Rede von Lühr Henken auf dem Ostermarsch am 04.04.2026 in Berlin:

"Die vorherrschende Propaganda versucht uns tagaus tagein inzutrichtern, dass wir spätestens in drei Jahren kriegstüchtig sein müssen, um Russland von einem Angriff auf NATO-Gebiet abzuschrecken. Der „großrussische Imperialismus“ rüste durchweg massiv auf und würde damit auch nicht aufhören, wenn der Krieg gegen die Ukraine vorbei ist. Da Russland die Waffen dann nicht mehr im Krieg verbrauche, würde es für uns gefährlich. Eine bestechende Logik, oder? Ob sie stimmt oder nicht, ist egal. Sie wirkt. Öffentlich hinterfragt wird das Gedankengebäude kaum. Aber es ist leicht zum Einsturz zu bringen..."

Weiter hier:

260404-OM-Berlin-Rede-Luehr-Henken (pdf, 42 KB)

Ostermärsche in BW: Tausende demonstrieren für Frieden und Abrüstung

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ostermaersche-2026-in-bw-100.html

Erinnerung: Ostermarsch 2026 in Stuttgart

Friedensfähig statt "kriegstüchtig"!
Wir stehen auf gegen Militarismus und Sozialabbau!

Die Antwort sind wir:
Wir stehen auf für Frieden!
am Karsamstag, 4. April 2026,
Stuttgart-Schlossplatz

Ostermarsch in Stuttgart, Treffpunkt zur gemeinsamen Abfahrt von Tübingen:

10.15 Uhr Eingangshalle des Tübinger Hauptbahnhofs
Fahrt mit MEX 18 um 10.33 Uhr ab Gleis 5.

Mehr zum Ostermarsch 2026:

Plakat DIN-A4 Ostermarsch 2026:
https://www.friedensnetz.de/docs/plakat-din-a4-ostermarsch-2026-20260228114310.pdf

Ostermarsch-Flyer-2026:
https://www.friedensnetz.de/docs/ostermarsch-flyer-2026-20260228115001.pdf

"Von Drohnen und Bomben zermahlener Beton / Tot und dichter als jeder Sand in der Natur" (Alexander Kluge)

Aus Anlass des Todes von Alexander Kluge (14.02.1932 bis 25.03.2026) zitieren wir aus seinem Buch "Sand und Zeit. Bilderatlas - 'Die einzige Verlässlichkeit in zerrissener Zeit beruht auf der Beobachtung, dass auch die kriegerische Macht stolpert...', Suhrkamp, 1. Auflage 2025:

"Gespenstergeschichte - Bechreibung einer Einzelheit:

Sechzehn Quadratmeter zertrümmertes Gelände in Gaza-Ost, der vom Meer abgewendeten Fläche der Stadt. Auf diesen Metern lebten früher Menschen. Die Materie der Häuser ist zu einem feinen Sand zerissen. Das sind nicht Backsteine, die in verbrannten Ruinen liegen wie in Deutschland im Frühjahr 1945.

Diese Restmaterie der Häuser von Gaza wird bei Regen zu Schleim. Anders als Sand in der Wüste ist die synthetische, extrem zerkleinerte Substanz, welche die Drohnen- und Raketenangriffe hinterlassen, 'ohne Leben'. Anders als die genannten Backsteine 1945 unbrauchbar für den Wiederaufbau. Der dichte, extrem kleinteilige ehemalige Zement lässt für Getier bis hinunter zur Mikrobe keine Tunnel. Er ist hermetisch dicht." (Seite 8)

"3 x Silizium

IN DEN CHIPS, WELCHE DIE DROHNEN
STEUERN

ALS SAND IN DER WÜSTE / 'DIE WÜSTE
LEBT'

ALS 'ENTNERVTE MATRIE', DIE VON GE-
BÄUDEN AUS BETON NACH BOMBAR-
DIERUNG ÜBRIGBLEIBT / FÜR LEBEN UN-
BRAUCHBAR / NOCH ALS SONDERMÜLL
SCHWER ZU ENTSORGEN" (Seite 23)

Alexander Kluge - lest seine Bücher, schaut seine Filme und Clips an, und diskutiert sie!

https://www.suhrkamp.de/buch/alexander-kluge-sand-und-zeit-t-9783518432495

Gegen Militarisierung der Krankenhäuser!

Kriegstüchtigkeit auch im Gesundheitswesen – Militarisierung der Krankenhäuser

Informationsveranstaltung mit
Volker Mörbe (AK Frieden von ver.di Stuttgart)
und Jürgen Wagner (Informationsstelle Militarisierung)

Dienstag 24. 3. 2026, 19 Uhr Adolf-Schlatter-Haus, Österbergstr. 2, Tübingen

Im Grünbuch der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) 4.0 und dem Operationsplan Deutschland wird die Einbeziehung und Unterwerfung ziviler Einrichtungen als Teil militärischer Maßnahmen in den Planungen zur Kriegsvorbereitung festgelegt. Ziel ist der Umbau der gesamten
Gesellschaft zur Kriegstüchtigkeit.

Die Referenten informieren über Hintergründe der ZMZ, konkrete Planungen und bereits erfolgte Umsetzungen, insbesondere im Blick auf das Gesundheitswesen. Dabei wird der Schwerpunkt darauf liegen, wie Krankenhäuser und das gesamte Gesundheitswesen kriegstüchtig gemacht werden sollen. Zum Beispiel soll die vorrangige medizinische Versorgung für verletzte Soldaten gesichert werden, zivile Patienten müssen warten oder erhalten keine Hilfe.

Der ehemalige Krankenpfleger Volker Mörbe war langjähriger Personalratsvorsitzender am Klinikum Stuttgart und Vorsitzender der ver.di-Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Gesundheit.

Eine Veranstaltung von:

Friedensplenum Tübingen / Antikriegsbündnis
ver.di, Bezirk Fils-Neckar-Alb (Tübingen)
Informationsstelle Militarisierung e.V. Tübingen (IMI)

Flyer-Zivil-militaerische-Zusammenarbeit-Moerbe-Wagner-24-3-2026 (pdf, 447 KB)
logo

Friedensplenum/ Antikriegsbündnis Tübingen e.V.

Nächste Treffen

Wir treffen uns normalerweise an jedem ersten Montag eines Monats um 19:30 im Clubraum im 1. Stock des Adolf-Schlatter-Hauses, Österbergstr. 2 in Tübingen.

Die nächsten Termine:
Bitte fragen Sie nach!
Kontakt

Bundesweite Zusammenschlüsse der Friedensbewegung:

Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen

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Zuletzt aktualisiert: 9. Apr, 20:41

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