Krieg und Militär: Klimakiller!

Dokumentiert: Der Beitrag des Tübinger Friedensplenum/Antikriegsbündnis auf der Tübinger Kundgebung zum Antikriegstag am 1. September 2021:

Ich möchte an den Zusammenhang von Klima, Umwelt, Rüstungswirtschaft und Krieg erinnern. Umweltzerstörung gehört zum Krieg wie die Schale zum Ei. Ja, die Kriegswirtschaft ist der größte Klimakiller, zumindest einer der größten, und vor allem vermeidbar.
Der Zusammenhang von Klimakatastophe und Militarismus ist ein absolutes Tabuthema. Außer in der Friedensbewegung hört, sieht und liest man nichts dazu. Dieser eine Mitverursacher des Klimawandels wird durchgängig verschwiegen, und vor allem der wesentliche Punkt zur Abhilfe kommt nicht ans Licht: ABRÜSTUNG!

Ich sagte: Vermeidbar! Das ist natürlich eine politische Frage.
Ein aktuelles Beispiel, einzeln und willkürlich herausgegriffen: Im Zug der neuen Kriegsvorbereitungen in Richtung Ostasien ist seit kurzem eine Fregatte der Bundeswehr unterwegs unter dem Namen Bayern. Diese Fregatte ist ein auf U-Boot-Jagd spezialisiertes Kampf- und Zerstörungsschiff. Offizieller Zweck: Handelswege sichern. Diese Fregatte wiegt 4.500 Tonnen und verbraucht auf 100 km Seefahrt 6.600 Liter Sprit! Ein anderes Beispiel: Der Transporthubschrauber CH 53 verbraucht pro Flugstunde 1.100 Liter. Bei Manövern und im sogenannten Ernstfall werden ja Massen von Kriegsgeräten dieser Art rumbewegt - man kann sich den Spritverbrauch gar nicht zusammenrechnen. Das Großmanöver "Defender Europe" ist übrigens noch nicht vom Tisch. Wer macht sich überhaupt Gedanken zum CO2-FUßABDRUCK der Bundeswehr und dem Militär weltweit?!

Kriegsgerätschaften werden produziert mit enormem Verbrauch von Material, Energie, High-Tech, CO2-Ausstoß und vergeudeter menschlicher Arbeitskraft. Wie man weiß, wird gleichzeitig auf Export produziert. Warum? Größere Serien lohnen für den Produzenten wegen der hohen Entwicklungskosten. So wird gleichzeitig mit Rüstungsexport auch noch Umweltzerstörung exportiert mit den entsprechenden Folgen. RÜSTUNGSKONVERSION ist angesagt!

Zusätzlich werden im Krieg ganze Landstriche durch Kampfmittel zerstört. Dies geschieht vorsätzlich oder fahrlässig, so dass bewohntes und bebautes Gelände unbrauchbar und vergiftet wird. Das ist ein Angriff auf die Gesundheit von Generationen, das ist ÖKOZID! Zur Erinnerung einige Beispiele:
Hiroshima: Atombombe ;
Vietnam: Agent Orange (das versprühte Entlaubungsmittel auf Urwald und Felder):
Irak und viele andere Länder: Bombenabwürfe mit abgereichertem Uran, (hinterlässt radioaktiven, hochgiftigen Staub).
Und nicht weit von hier:
Moorbrand in Meppen, der über 5 Wochen nicht gelöscht werden konnte;
Truppenübungsplatz in Münsingen, dessen Gelände heute noch nicht betretbar ist.

Ich komme zum Ende mit zwei Zahlen aus dem Haushalt 2021 der Bundesrepublik: 53 Milliarden für "Verteidigung", 2,6 Milliarden für Umwelt und Naturschutz. Das wirft einen Blick auf unseren Bundestag nebst Regierung und ist bei der kommenden Wahl zu berücksichtigen.

Und: Am 24.9. ist bundesweite Fridays-for-Future-Demonstration, so auch in Tübingen. Friedensarbeit ist nicht nur Sache der älteren Generation! Deshalb: Transpis malen und mitlaufen!

Walburg Werner
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Friedensplenum/ Antikriegsbündnis Tübingen e.V.

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