Das Beispiel Afghanistan: Frauen im Krieg - Frauen gegen den Krieg

Dokumentiert: Der Beitrag des Frauenverband Courage (Tübingen) auf der Tübinger Kundgebung zum Antikriegstag am 1. September 2021:

Der Antikriegstag ist für uns vom FV Courage ein wichtiges Datum. Wir haben öfters auf die besondere Gefährdung von Frauen im Krieg hingewiesen. Aber auch darauf, dass sie nicht nur Opfer sind, sondern schon immer Kämpferinnen für den Frieden an vordersten Front waren, wie die mutigen kurdischen Frauen der YPG in Syrien, die vielen Jezid*innen 2014 das Leben retteten und Kobane befreiten und zusammen mit andern fortschrittlichen Menschen eine gleichberechtigte Gesellschaft aufbauten.

Aktuell erleben wir durch die wachsenden Rivalität zwischen den Imperialisten die zugespitzte Gefahr eines 3. Weltkrieges. Hauptkriegstreiber sind nach wie vor die USA. Doch China macht den USA die Vormachtstellung in der Welt streitig. China, Russland- für uns keine fortschrittlichen Länder mehr und sicher keine friedlichen - sowie die faschistische Türkei versuchen auch in Afghanistan ihren Einfluss zu stärken, in enger Zusammenarbeit mit den faschistischen Taliban.

Wir brauchen mehr denn je eine starke weltweite Friedensbewegung, die sich von keinem imperialistischen Staat vor den Karren spannen lässt. Gegen jede Spaltung!

Afghanistan ist für die NATO ihre größte Niederlage seit Vietnam! Scheinheilig versprachen US- und deutsche Regierung Demokratie und Frauenrechte nach Afghanistan zu bringen. Ausgerechnet durch Militär! Der damalige Verteidigungsminister Struck war deutlicher: „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“

Hauptgrund für den jahrzehntelangen Kampf um das geschundene Land liegt in riesigen Rohstoffvorkommen wie Kohle, Erdöl, Kupfer, seltene Erden und Lithium. Auch die geopolitische Lage ist für die Imperialisten wichtig.

Für den Kampf mutiger Frauen gibt es ein Beispiel, und das in der schrecklichen Lage in Afghanistan. Eine Vertreterin von RAWA – einer revolutionären afghanischen Frauenorganisation sagte im Gespräch mit einer Courage-Frau: „Ich bin in großer Sorge um meine Familie und Freunde in Kabul und die Bevölkerung. Es herrscht große Angst in Afghanistan, was unter der Herrschaft der Taliban passieren wird. Ihr habt sicher die Bilder vom Flughafen in Kabul gesehen, wo Menschen versucht haben, sich außen an startende Flugzeuge zu klammern. Meine Schwester arbeitet als Psychologin bei Medico Mondial, sie kann weder ins Büro, noch zur Bank um ihr Gehalt abzuholen. Dass die Taliban so schnell die sogenannten "Ortskräfte" aufspüren, liegt auch daran, dass alle Daten hinterlegt wurden, Bankdaten, Fingerabdrücke, Adressen. Auch deshalb sind die sogenannten Safe Houses nicht mehr sicher.“ und "Das ist eine Lektion für die Welt, wozu der Einmarsch fremder Truppen in Afghanistan geführt hat. Wir haben gewusst, dass es so kommt. Vielleicht nicht so schnell, aber auf jeden Fall musste das passieren."

Nachdem die USA die Taliban ursprünglich selbst bewaffnet hatten und später mit militärischen Mitteln ihre Herrschaft beendeten und eine US- nahe Regierung einsetzten, lernten die Menschen ein paar demokratische Freiheiten kennen.

Sie erzählt weiter: „Es gab ein neues Selbstbewusstsein, gerade auch unter Frauen. Die Menschen sind mutig in ihrem spontanen Widerstand gegen eine erneute Taliban- Herrschaft. Zugleich zeigen diese auch noch nicht ihr wahres Gesicht, heucheln, sie würden Frauen respektieren "im Rahmen des Islam". Das bedeutet aber, dass sie erkämpfte rechtliche Grundlagen abschaffen werden, wie das Heiratsalter oder das Verbot von Tests der Jungfräulichkeit bei jungen Frauen und Mädchen. Frauen und Mädchen ab 12 Jahren droht die Zwangsverheiratung. Auf ihrem Weg zur Macht haben die Taliban schon Frauen und Mädchen ermordet, die sich nicht an ihre Sharia-Regeln halten. So einem 8 - Jährigen Mädchen den Kopf abgeschnitten.“

Der Frauenverband Courage fordert ein Ende aller Auslandseinsätze Deutschlands, ein Stopp aller Lieferungen von Waffen ins Ausland und der weiteren Aufrüstung Deutschlands. Das heißt auch: Ende der Produktion, Betreibung, Lagerung und Export von Atomkraftanlagen und Brennelemente für die Atomkraftwerksindustrie, da sie für die Herstellung von Plutonium für Atomwaffen benutzt werden.

Wir fordern Abrüstung zugunsten von gesundheitlicher Versorgung, Ende der Unterstützung aller menschenrechtsverachtenden Regime wie z.B. Türkei, Libyen, Kamerun und der Deals mit geflüchteten Menschen. Und endlich praktische Anerkennung frauenspezifischer Fluchtursachen!

Claudia Lenger-Atan
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Friedensplenum/ Antikriegsbündnis Tübingen e.V.

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